

Parkett abschleifen, Laminat verlegen, Teppich anpassen: Ein neuer Fußboden ist für geschickte Heimwerker keine Hürde. Doch langes Arbeiten auf den Knien oder im Fersensitz belastet die Gelenke stark - und kann schmerzhafte Folgen haben. Das Infocenter der R+V Versicherung rät deshalb zu besonderer Vorsicht.
Lassen sich Arbeiten in Bodennähe nicht vermeiden, sind Schutzmaßnahmen besonders wichtig. "Wer viel und lange kniend arbeitet, riskiert unter anderem Entzündungen des Schleimbeutels oder Probleme mit dem Meniskus", erklärt Torben Thorn, Gruppenleiter Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltmanagement bei der R+V Versicherung. Gymnastikmatten oder Schaumstoffkissen entlasten die Gelenke spürbar, weil sie für einen weichen, rutschfesten und trockenen Untergrund sorgen. Noch besser sind jedoch Knieschoner, Kniepolster oder spezielle Kniekissen. "Gerade bei längeren Arbeiten empfiehlt sich ein passender Knieschutz mit CE-Zeichen", ergänzt Thorn.
Zwischendurch aufstehen entlastet die Knie
Neben dem richtigen Schutz spielt auch Abwechslung eine zentrale Rolle. "Spätestens nach 30 Minuten im Knien sollten Heimwerker ihre Haltung ändern - am besten aufstehen, ein paar Schritte gehen oder sich kurz dehnen. Das entlastet nicht nur die Knie, sondern den gesamten Bewegungsapparat, auch bei Rückenproblemen", sagt Thorn. Treten während der Arbeit Schmerzen auf, gilt: sofort unterbrechen und das Gelenk schonen. Halten die Beschwerden an, sollten die Heimwerker ärztlichen Rat einholen.
Viele Tätigkeiten lassen sich mit einfachen Hilfsmitteln deutlich knieschonender erledigen. Teleskopstangen ermöglichen zum Beispiel eine aufrechte Haltung beim Streichen, Bohren oder Kehren. Arbeitstische, Gartenhocker oder Kniebänke entlasten bei Arbeiten in Bodennähe. Ebenfalls praktisch: Werkzeugtaschen oder Gürtelsysteme halten alles griffbereit - häufiges Bücken, Drehen oder Aufstehen entfällt.
Weitere Tipps des R+V-Infocenters:
Jeder Tag in der Kita steckt voller Sprechanlässe. Ob beim gemeinsamen Frühstück, im Rollenspiel oder beim Experimentieren: Sprachförderung lässt sich ganz unkompliziert in den Alltag integrieren, oft ganz ohne besonderes oder teures Equipment. Zum Start des neuen Kitajahres gibt der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl) praktische Impulse und erklärt, warum gerade naturwissenschaftliche Experimente die Sprachentwicklung besonders fördern können.
Erzieher*in als Sprachvorbild
Empirische Untersuchungen zeigen: Die alltagsintegrierte Sprachförderung wirkt sich positiv auf die sprachliche Entwicklung von sprachlich auffälligen Kindern aus.
Nicht zu unterschätzen ist hierbei der Sprachgebrauch der Erwachsenen. In „Frühpädagogik als Sprachförderung” weist Gudula List (2010) dem „Kommunikations- und Sprachverhalten [der Erzieher*innen] (…) eine Vorbildfunktion zu, sowohl in Hinsicht auf Korrektheit wie auch auf Diskursfähigkeit und Angemessenheit der Sprachstile in der Interaktion mit Kindern, Familienangehörigen und im Team.”
Sich dessen bewusst zu sein hilft, auf einen geeigneten Sprachgebrauch zu achten.
Sprachförderung durch naturwissenschaftliche Experimente
Wer forscht, der fragt und wer fragt, der forscht. Forschen ist ohne Sprache nicht denkbar. Und umgekehrt: „Die Sprachentwicklung profitiert von spannenden Erlebnissen. Forschen und Entdecken bieten im Alltag mit den Kindern viele Gelegenheiten, auch den Spracherwerb zu fördern”, erklärt Sonja Utikal, dbl-Referat Logopädie. Doch wie können solche Experimente aussehen?
Forschen am Frühstückstisch
Um Experimente in der Kita anzubieten, braucht man oft keine teuren und aufwendigen Utensilien, wie das folgende Beispiel verdeutlicht:
Die Wirbelsäulenversteifung ist einer der häufigeren Eingriffe, mit dem Ziel der Schmerzlinderung. Leider hat dieser Eingriff auch erhebliche Nachteile. Doch es gibt hervorragende Alternativen.
Bis zu 300.000-mal pro Jahr führen Ärzte in Deutschland eine Wirbelsäulenversteifung durch, um Segmente der Wirbelsäule zu stabilisieren und Rückenleiden zu verringern. Häufig ist die schwerwiegende Operation überflüssig und konservative oder minimalinvasive Maßnahmen stellen sinnvolle Alternativen dar.
Was genau ist eine Wirbelsäulenversteifung?
Eine Wirbelsäulenversteifung, auch als Spondylodese bezeichnet, ist ein operativer Eingriff, bei dem zwei oder mehr Wirbel dauerhaft miteinander verbunden werden. Das Ziel besteht darin, einen instabilen oder schmerzhaften Abschnitt der Wirbelsäule zu stabilisieren und Bewegungen zu reduzieren, die Beschwerden auslösen. Dazu werden häufig Schrauben und Stäbe eingesetzt, teilweise ergänzt durch Knochentransplantate oder Knochenersatzmaterial, damit die Wirbel im Verlauf zusammenwachsen.
Der Eingriff kommt unter anderem bei ausgeprägten Verschleißerscheinungen, Wirbelgleiten, Brüchen, Tumoren oder bestimmten Fehlstellungen zum Einsatz.
Vor- und Nachteile der Wirbelsäulenversteifung
Vorteile: Eine Wirbelsäulenversteifung kann Schmerzen deutlich lindern. Durch die gezielte Stabilisierung des betroffenen Abschnitts wird eine sichere Grundlage geschaffen, die oft mit einer spürbaren Verbesserung der Belastbarkeit einhergeht. Bei bestimmten Diagnosen lassen sich durch die Spondylodese außerdem Nerven entlasten, sodass ausstrahlende Beschwerden in Beine oder Arme abnehmen können.
Nachteile: Die Versteifung der Wirbelsäule reduziert die Beweglichkeit im operierten Segment dauerhaft. Zudem verändert sich die Belastung der benachbarten Wirbelsäulenabschnitte, wodurch dort Verschleiß und Schmerzen im weiteren Verlauf zunehmen können. Auch kann die erwünschte knöcherne Durchbauung ausbleiben, was erneute Eingriffe erforderlich macht.
In einzelnen Fällen bleiben trotz Operation Beschwerden bestehen oder kehren später zurück. Viele Wirbelsäulenspezialisten empfehlen die Spondylodese nur als letzte Behandlungsoption. Einmal durchgeführt, kann die Operation andere, gegebenenfalls schonendere Alternativen einschränken oder erschweren.
Alternativen zur Spondylodese
Jede Operation birgt Risiken. Zur Linderung von Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule lassen sich mit konservativen Behandlungsansätzen häufig gute Erfolge erzielen. Dazu zählt bei Instabilität insbesondere gezielte Physiotherapie mit Fokus auf Rumpfkräftigung und Haltungsschulung. Ergänzend können eine medikamentöse Schmerztherapie, Wärmeanwendungen, manualtherapeutische Maßnahmen sowie Injektionen an die Nervenwurzel zur Entzündungshemmung hilfreich sein.
Sofern eine Operation nötig ist, gibt es je nach Beschwerdebild weniger umfangreiche Eingriffe als eine Wirbelsäulenversteifung. Liegt vor allem eine Nervenkompression vor, kann eine reine Dekompression ausreichen, sofern keine relevante Instabilität besteht. Bei isoliertem Bandscheibenschaden kommt eine Bandscheiben-Prothese infrage. Diese erhält im Unterschied zur Spondylodese die Beweglichkeit des Segments. Eine Bandscheiben-Prothese ist jedoch nur praktikabel und sinnvoll, wenn kein ausgeprägter Verschleiß der Wirbelgelenke vorliegt.
Mehr als 410.000 Hüft- und Knieeingriffe wurden 2024 im Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) dokumentiert. Damit gehört der Gelenkersatz zu den häufigsten Operationen im Land. Während die Abläufe im Krankenhaus heute meist gut standardisiert sind, weist ein wachsender Teil der Versorgung in der Zeit davor und danach Lücken auf. Zudem gilt es, weitere Optimierungspotenziale in den Abläufen vor und nach dem Eingriff zu heben. „Denn ein Gelenkersatz ist kein isolierter Eingriff, sondern Teil eines längeren Behandlungsprozesses“, sagt Professor Dr. med. Rüdiger von Eisenhart-Rothe, Präsident der AE und Direktor der Klinik für Orthopädie und Sportorthopädie am TUM Klinikum Rechts der Isar.
Endoprothetik darf nicht beim Operationssaal enden
„Die Endoprothetik der Zukunft muss nicht nur operativ gut sein. Sie muss den gesamten Weg der Patientinnen und Patienten vorausschauend organisieren“, so der Orthopäde und Unfallchirurg. „Der Behandlungspfad beginnt mit der Indikationsstellung und sollte bis zur Rückkehr in Alltag und Beruf gedacht werden.“ Dazu gehöre zum Beispiel, schon bei der Entscheidung für eine Operation mitzudenken, welche Unterstützung vor der Aufnahme, nach der Entlassung und bis zum Beginn der Rehabilitation nötig ist.
Der Behandlungspfad beginnt bei der Operationsentscheidung
So gilt es, frühzeitig Fragen zu klären, etwa: „Warum ist die Operation notwendig? Welche Erwartungen sind realistisch? Welche Begleiterkrankungen, Schmerzen, Unsicherheiten oder Sturzrisiken müssen berücksichtigt werden? Wie ist die häusliche Situation? Und welche Unterstützung braucht die Patientin oder der Patient in den ersten Tagen nach der Entlassung?“, sagt er.
Dazu gehört auch, die Zeit nach dem Klinikaufenthalt konkret vorzubereiten. Nach einer Operation sind Patientinnen und Patienten zwar medizinisch stabil, aber häufig noch eingeschränkt: Wunden müssen heilen, Schwellungen gehen zurück, Beweglichkeit und Belastbarkeit bauen sich erst schrittweise auf. Gleichzeitig beginnt die Anschlussrehabilitation nicht immer unmittelbar. Dadurch können mitunter Tage bis Wochen ohne klar strukturierte Betreuung entstehen. Deshalb sollten etwa Physiotherapie-Termine angestoßen, Hilfsmittel organisiert, das häusliche Umfeld einbezogen und Patientinnen und Patienten informiert werden, an wen sie sich bei Schmerzen, Schwellung, Wundproblemen oder Unsicherheit wenden können.
„Wer gut vorbereitet in die Operation geht, kann danach oft sicherer mobilisiert werden“, sagt von Eisenhart-Rothe. „Vorbereitung ist deshalb kein Zusatzangebot, sondern ein wichtiger Bestandteil moderner Endoprothetik.“
Auf die Ambulantisierung vorbereiten
Mit der fortschreitenden Ambulantisierung wächst der Bedarf an solchen durchgängigen Konzepten. Immer mehr Leistungen werden außerhalb der Klinik erbracht, während gleichzeitig Personal in allen Versorgungsbereichen knapp ist. „Wenn der stationäre Aufenthalt kürzer wird, muss die Versorgung davor und danach umso besser organisiert sein“, sagt von Eisenhart-Rothe. „Sonst entstehen genau die Lücken, die wir vermeiden wollen.“
Neues Komitee soll Leitplanken für den gesamten Behandlungspfad entwickeln
Hier setzt das neue AE-Komitee an. Es soll systematisch Empfehlungen für einen möglichst lückenlosen Behandlungspfad vor und nach dem stationären Aufenthalt entwickeln: die Vorbereitung vor der Operation (Prähabilitation, Präedukation), den Weg nach der stationären Entlassung sowie die häusliche Übergangsphase bis zur Rehabilitation und Nachsorge. Geplant sind unter anderem klar definierte funktionelle Zielwerte sowie eine bessere Abstimmung zwischen Klinik, ambulanter Versorgung, Physiotherapie und Rehabilitation.
Auch digitale Anwendungen sollen künftig eine größere Rolle spielen. Wearables könnten helfen, Mobilität, Belastung oder Fortschritte objektiver zu erfassen – vorausgesetzt, ihr Nutzen ist wissenschaftlich belegt, es gibt belastbare Parameter und sie sind sinnvoll in die Versorgung integriert.
„Ambulantisierung, Fachkräftemangel und Digitalisierung verändern die Endoprothetik“, sagt von Eisenhart-Rothe. „Unsere Aufgabe ist es, diese Entwicklungen so zu verbinden, dass Patientinnen und Patienten entlang des gesamten Behandlungspfades sicher begleitet werden.“