

Jeder Tag in der Kita steckt voller Sprechanlässe. Ob beim gemeinsamen Frühstück, im Rollenspiel oder beim Experimentieren: Sprachförderung lässt sich ganz unkompliziert in den Alltag integrieren, oft ganz ohne besonderes oder teures Equipment. Zum Start des neuen Kitajahres gibt der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl) praktische Impulse und erklärt, warum gerade naturwissenschaftliche Experimente die Sprachentwicklung besonders fördern können.
Erzieher*in als Sprachvorbild
Empirische Untersuchungen zeigen: Die alltagsintegrierte Sprachförderung wirkt sich positiv auf die sprachliche Entwicklung von sprachlich auffälligen Kindern aus.
Nicht zu unterschätzen ist hierbei der Sprachgebrauch der Erwachsenen. In „Frühpädagogik als Sprachförderung” weist Gudula List (2010) dem „Kommunikations- und Sprachverhalten [der Erzieher*innen] (…) eine Vorbildfunktion zu, sowohl in Hinsicht auf Korrektheit wie auch auf Diskursfähigkeit und Angemessenheit der Sprachstile in der Interaktion mit Kindern, Familienangehörigen und im Team.”
Sich dessen bewusst zu sein hilft, auf einen geeigneten Sprachgebrauch zu achten.
Sprachförderung durch naturwissenschaftliche Experimente
Wer forscht, der fragt und wer fragt, der forscht. Forschen ist ohne Sprache nicht denkbar. Und umgekehrt: „Die Sprachentwicklung profitiert von spannenden Erlebnissen. Forschen und Entdecken bieten im Alltag mit den Kindern viele Gelegenheiten, auch den Spracherwerb zu fördern”, erklärt Sonja Utikal, dbl-Referat Logopädie. Doch wie können solche Experimente aussehen?
Forschen am Frühstückstisch
Um Experimente in der Kita anzubieten, braucht man oft keine teuren und aufwendigen Utensilien, wie das folgende Beispiel verdeutlicht:
Die Wirbelsäulenversteifung ist einer der häufigeren Eingriffe, mit dem Ziel der Schmerzlinderung. Leider hat dieser Eingriff auch erhebliche Nachteile. Doch es gibt hervorragende Alternativen.
Bis zu 300.000-mal pro Jahr führen Ärzte in Deutschland eine Wirbelsäulenversteifung durch, um Segmente der Wirbelsäule zu stabilisieren und Rückenleiden zu verringern. Häufig ist die schwerwiegende Operation überflüssig und konservative oder minimalinvasive Maßnahmen stellen sinnvolle Alternativen dar.
Was genau ist eine Wirbelsäulenversteifung?
Eine Wirbelsäulenversteifung, auch als Spondylodese bezeichnet, ist ein operativer Eingriff, bei dem zwei oder mehr Wirbel dauerhaft miteinander verbunden werden. Das Ziel besteht darin, einen instabilen oder schmerzhaften Abschnitt der Wirbelsäule zu stabilisieren und Bewegungen zu reduzieren, die Beschwerden auslösen. Dazu werden häufig Schrauben und Stäbe eingesetzt, teilweise ergänzt durch Knochentransplantate oder Knochenersatzmaterial, damit die Wirbel im Verlauf zusammenwachsen.
Der Eingriff kommt unter anderem bei ausgeprägten Verschleißerscheinungen, Wirbelgleiten, Brüchen, Tumoren oder bestimmten Fehlstellungen zum Einsatz.
Vor- und Nachteile der Wirbelsäulenversteifung
Vorteile: Eine Wirbelsäulenversteifung kann Schmerzen deutlich lindern. Durch die gezielte Stabilisierung des betroffenen Abschnitts wird eine sichere Grundlage geschaffen, die oft mit einer spürbaren Verbesserung der Belastbarkeit einhergeht. Bei bestimmten Diagnosen lassen sich durch die Spondylodese außerdem Nerven entlasten, sodass ausstrahlende Beschwerden in Beine oder Arme abnehmen können.
Nachteile: Die Versteifung der Wirbelsäule reduziert die Beweglichkeit im operierten Segment dauerhaft. Zudem verändert sich die Belastung der benachbarten Wirbelsäulenabschnitte, wodurch dort Verschleiß und Schmerzen im weiteren Verlauf zunehmen können. Auch kann die erwünschte knöcherne Durchbauung ausbleiben, was erneute Eingriffe erforderlich macht.
In einzelnen Fällen bleiben trotz Operation Beschwerden bestehen oder kehren später zurück. Viele Wirbelsäulenspezialisten empfehlen die Spondylodese nur als letzte Behandlungsoption. Einmal durchgeführt, kann die Operation andere, gegebenenfalls schonendere Alternativen einschränken oder erschweren.
Alternativen zur Spondylodese
Jede Operation birgt Risiken. Zur Linderung von Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule lassen sich mit konservativen Behandlungsansätzen häufig gute Erfolge erzielen. Dazu zählt bei Instabilität insbesondere gezielte Physiotherapie mit Fokus auf Rumpfkräftigung und Haltungsschulung. Ergänzend können eine medikamentöse Schmerztherapie, Wärmeanwendungen, manualtherapeutische Maßnahmen sowie Injektionen an die Nervenwurzel zur Entzündungshemmung hilfreich sein.
Sofern eine Operation nötig ist, gibt es je nach Beschwerdebild weniger umfangreiche Eingriffe als eine Wirbelsäulenversteifung. Liegt vor allem eine Nervenkompression vor, kann eine reine Dekompression ausreichen, sofern keine relevante Instabilität besteht. Bei isoliertem Bandscheibenschaden kommt eine Bandscheiben-Prothese infrage. Diese erhält im Unterschied zur Spondylodese die Beweglichkeit des Segments. Eine Bandscheiben-Prothese ist jedoch nur praktikabel und sinnvoll, wenn kein ausgeprägter Verschleiß der Wirbelgelenke vorliegt.
Mehr als 410.000 Hüft- und Knieeingriffe wurden 2024 im Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) dokumentiert. Damit gehört der Gelenkersatz zu den häufigsten Operationen im Land. Während die Abläufe im Krankenhaus heute meist gut standardisiert sind, weist ein wachsender Teil der Versorgung in der Zeit davor und danach Lücken auf. Zudem gilt es, weitere Optimierungspotenziale in den Abläufen vor und nach dem Eingriff zu heben. „Denn ein Gelenkersatz ist kein isolierter Eingriff, sondern Teil eines längeren Behandlungsprozesses“, sagt Professor Dr. med. Rüdiger von Eisenhart-Rothe, Präsident der AE und Direktor der Klinik für Orthopädie und Sportorthopädie am TUM Klinikum Rechts der Isar.
Endoprothetik darf nicht beim Operationssaal enden
„Die Endoprothetik der Zukunft muss nicht nur operativ gut sein. Sie muss den gesamten Weg der Patientinnen und Patienten vorausschauend organisieren“, so der Orthopäde und Unfallchirurg. „Der Behandlungspfad beginnt mit der Indikationsstellung und sollte bis zur Rückkehr in Alltag und Beruf gedacht werden.“ Dazu gehöre zum Beispiel, schon bei der Entscheidung für eine Operation mitzudenken, welche Unterstützung vor der Aufnahme, nach der Entlassung und bis zum Beginn der Rehabilitation nötig ist.
Der Behandlungspfad beginnt bei der Operationsentscheidung
So gilt es, frühzeitig Fragen zu klären, etwa: „Warum ist die Operation notwendig? Welche Erwartungen sind realistisch? Welche Begleiterkrankungen, Schmerzen, Unsicherheiten oder Sturzrisiken müssen berücksichtigt werden? Wie ist die häusliche Situation? Und welche Unterstützung braucht die Patientin oder der Patient in den ersten Tagen nach der Entlassung?“, sagt er.
Dazu gehört auch, die Zeit nach dem Klinikaufenthalt konkret vorzubereiten. Nach einer Operation sind Patientinnen und Patienten zwar medizinisch stabil, aber häufig noch eingeschränkt: Wunden müssen heilen, Schwellungen gehen zurück, Beweglichkeit und Belastbarkeit bauen sich erst schrittweise auf. Gleichzeitig beginnt die Anschlussrehabilitation nicht immer unmittelbar. Dadurch können mitunter Tage bis Wochen ohne klar strukturierte Betreuung entstehen. Deshalb sollten etwa Physiotherapie-Termine angestoßen, Hilfsmittel organisiert, das häusliche Umfeld einbezogen und Patientinnen und Patienten informiert werden, an wen sie sich bei Schmerzen, Schwellung, Wundproblemen oder Unsicherheit wenden können.
„Wer gut vorbereitet in die Operation geht, kann danach oft sicherer mobilisiert werden“, sagt von Eisenhart-Rothe. „Vorbereitung ist deshalb kein Zusatzangebot, sondern ein wichtiger Bestandteil moderner Endoprothetik.“
Auf die Ambulantisierung vorbereiten
Mit der fortschreitenden Ambulantisierung wächst der Bedarf an solchen durchgängigen Konzepten. Immer mehr Leistungen werden außerhalb der Klinik erbracht, während gleichzeitig Personal in allen Versorgungsbereichen knapp ist. „Wenn der stationäre Aufenthalt kürzer wird, muss die Versorgung davor und danach umso besser organisiert sein“, sagt von Eisenhart-Rothe. „Sonst entstehen genau die Lücken, die wir vermeiden wollen.“
Neues Komitee soll Leitplanken für den gesamten Behandlungspfad entwickeln
Hier setzt das neue AE-Komitee an. Es soll systematisch Empfehlungen für einen möglichst lückenlosen Behandlungspfad vor und nach dem stationären Aufenthalt entwickeln: die Vorbereitung vor der Operation (Prähabilitation, Präedukation), den Weg nach der stationären Entlassung sowie die häusliche Übergangsphase bis zur Rehabilitation und Nachsorge. Geplant sind unter anderem klar definierte funktionelle Zielwerte sowie eine bessere Abstimmung zwischen Klinik, ambulanter Versorgung, Physiotherapie und Rehabilitation.
Auch digitale Anwendungen sollen künftig eine größere Rolle spielen. Wearables könnten helfen, Mobilität, Belastung oder Fortschritte objektiver zu erfassen – vorausgesetzt, ihr Nutzen ist wissenschaftlich belegt, es gibt belastbare Parameter und sie sind sinnvoll in die Versorgung integriert.
„Ambulantisierung, Fachkräftemangel und Digitalisierung verändern die Endoprothetik“, sagt von Eisenhart-Rothe. „Unsere Aufgabe ist es, diese Entwicklungen so zu verbinden, dass Patientinnen und Patienten entlang des gesamten Behandlungspfades sicher begleitet werden.“
Spezialisierte und zum Thema weitergebildete Ergotherapeut:innen bieten trans* und nichtbinären Menschen gendersensible, kompetente Gesundheitsversorgung an
Trans* und nichtbinäre Personen zeigen sich verstärkt als Teil der Gesellschaft und stehen selbstbewusst zu ihrer Identität. „Gleichzeitig nehmen Diskriminierung und Hasskriminalität gegen die sogenannten LSBTIQ* Communities, wie sich lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* nichtbinäre und queere Menschen zusammenfassend bezeichnen, zu“, bedauert K* Stern diese Entwicklung, die im Widerspruch zu einer demokratischen, liberalen, toleranten Gesellschaft steht und zudem die Menschenrechte missachtet. K* Stern arbeitet unter anderem als Dozent:in und Trainer:in und bringt Ergotherapeut:innen im Rahmen der Akademie des DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) Wissen über trans* und nichtbinäre Menschen näher. Ergotherapeut:innen unterstützen seit jeher die Teilhabe von Klient:innen in allen Arbeits- und Alltagsbereichen und können deshalb gezielt ansetzen: Bei der sozialen Teilhabe im Alltag, der psychischen Gesundheit, der Begleitung einer Transition und dem Umgang mit Diskriminierungserfahrungen.
Es ist keine Entscheidung, lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter, nichtbinär und queer zu sein: Es ist ein Fakt, der auf etwa 11-12 % der Bevölkerung in Deutschland zutrifft, so die Zahlen von IPSOS und Statista. Hinzu kommen diejenigen, die (noch) keinen Anlass hatten, ihre Geschlechtlichkeit oder Sexualität mit anderen beziehungsweise öffentlich zu teilen. „Wer zu sich selbst steht, zeigt Stärke und Selbstakzeptanz“, betont K* Stern.
Missachten ist strafbar: Grundrechte gelten für alle und sind zum Minderheitenschutz da
Trans* oder nichtbinäre Personen sind zwar sichtbarer geworden, sie sehen sich jedoch weiterhin unnötig und zu Unrecht oft mit Unverständnis, Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt konfrontiert. Das bestätigt neben anderen zuständigen Behörden und Einrichtungen das BKA (Bundeskriminalamt) in seinem aktuellen Lagebericht. Wer Gewalt ausübt oder andere ausgrenzt, macht sich strafbar; solche Handlungen dürfen in einer demokratischen, liberalen, friedlichen und freiheitlichen Gesellschaft keinen Platz finden. Dazu ist es nötig, jedweder Form von Gewalt den Boden zu entziehen: Wer die (Menschen-)Rechte anderer missachtet, darf sich nicht sicher fühlen. Übergriffe auf andere Menschen stellen eine Verletzung des Grundrechts dar und sind kriminelle Taten. Niemand – weder Betroffene noch Außenstehende – sollte davor zurückschrecken, sich zur Wehr zu setzen, Hilfe zu holen, Zivilcourage zu zeigen und Anzeige zu erstatten, angefangen bei Äußerungen und erst recht bei körperlichen Übergriffen. Der DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), der sich für Diversität einsetzt, plädiert dafür, für mehr Sicherheit und geschützte Räume für trans* und nichtbinäre Menschen zu sorgen, auch in Hinblick auf die Gesundheitsversorgung.
Fortbildung: vermittelt Ergotherapeut:innen Wissen zu trans* und nichtbinären Personen
Der DVE bietet im Rahmen seiner Akademie entsprechende Fortbildungen für Ergotherapeut:innen an. Dort erhalten die teilnehmenden Ergotherapeut:innen von Dozent:in K* Stern zunächst Impulse für eine respektvolle und inklusive Sprache, organisatorische Praxistipps sowie medizinisches, rechtliches und psychosoziales Hintergrundwissen zu Geschlechtervielfalt. In der Folge beleuchtet K* Stern Lebenssituationen von trans* und nichtbinären Menschen ebenso wie typische Verläufe von Transitionsprozessen. Dabei werden nicht nur Herausforderungen sichtbar, sondern auch die vielen Stärken von trans* Personen und die emotionale Bedeutung einer Transition. Im Transitionsprozess gibt es immer zwei Seiten: Zum einen die schönen, stärkenden Emotionen die aufkommen, wenn das Empfinden und das Körperliche in Einklang kommen. Zum anderen tun sich gleichzeitig Hürden auf: In der Transition kommt es immer wieder zu Diskrepanzen; Erklärungen werden nötig, da das Äußere in den Augen der anderen nicht mehr zu dem alten oder noch nicht zu dem neuen Namen in den Ausweisdokumenten passt. Das kann verstärkt zu Missverständnissen und sogar zu Stresssituationen führen.
Erfolgsorientierte ergotherapeutische Therapieplanung: Perspektivwechsel + 360°-Blick
Es gehört zu den Grundprinzipien von Ergotherapeut:innen, dass eine Therapie umso erfolgreicher ist, je mehr Gegebenheiten bekannt sind, die einen Einfluss auf den Alltag ihrer Klient:innen haben. Unter diesem Gesichtspunkt geht es in der Fortbildung von K* Stern außer um Strategien, die trans* und nichtbinären Klient:innen helfen, prekäre Alltagssituationen geschickt zu meistern, auch um die Therapieplanung. Ergotherapeut:innen berücksichtigen üblicherweise alles, angefangen von persönlichen Ressourcen bis hin zu gesellschaftlichen Einflussfaktoren. Doch welche Aspekte sind speziell für trans* oder nichtbinäre Personen relevant und wie können diese Faktoren in die ergotherapeutische Intervention einfließen? „Erst wer sich mit dem Alltag von nichtbinären Personen oder trans* Frauen und Männern auseinandersetzt, kann deren Anliegen besser verstehen“, sagt K* Stern. Ein besonderer Fokus liegt also auf dem Perspektivwechsel: In Selbsterfahrungseinheiten ermöglicht K* Stern den teilnehmenden Ergotherapeut:innen, sich aus der Perspektive von trans* und nichtbinären Menschen in alltägliche Situationen einzufühlen. Öfter einen Perspektivwechsel einzunehmen – sprich, sich in die Situation anderer hineinzuversetzen – empfiehlt sich ohnehin für alle Menschen und fördert das gesellschaftliche Miteinander. Ebenso wie die Haltung, andere respektvoll zu behandeln, so, wie man es sich selbst von anderen wünscht und erwartet.